Der Schachclub Erdmannhausen empfängt seine Gäste zum Wettkampf in der Aula der Astrid-Lindgren-Schule. Diese ist hell, freundlich, geräumig, und sie bietet mit ihren großen Panoramafenstern einen wunderbaren Ausblick in die benachbarte freie Natur.

Mannschaftswettkampf in Erdmannhausen

Trotz dieser schönen Spielstätte begann der Sonntagvormittag für unseren Mannschaftsführer, Hermann Scholl, mit Nervenflattern. Zwei der Freiberger Spieler hatten nämlich Schwierigkeiten, den Ort zu finden, so dass Freiberg zunächst mit nur sechs Spielern gegen acht Erdmannhäuser antreten musste. Mit einer Viertel- beziehungsweise einer halben Stunde Verspätung trafen die beiden jedoch noch ein, so dass Freiberg, mit etwas Zeitnachteil auf den beiden Uhren, doch noch vollständig aufspielen konnte.

Geboten wurden scharf gepfefferte Kampfpartien. An zwei Brettern gab es entgegen gesetzte Rochaden - meist eine Garantie für beiderseitiges Angriffsspiel auf Messers Schneide.

Eines dieser Bretter war Brett 6. Hans Mayer, mit Weiß spielend, nahm dort seinem jugendlichen Gegner in der Eröffnung eine Figur ab, musste sich dann jedoch eines gefährlichen Angriffs auf seine Königsstellung erwehren. Er konnte diesen parieren und seine Partie zum Sieg führen: Um 11:00 Uhr stand es 1:0 für Freiberg. Mit 87 Jahren ist Hans Mayer nicht nur der älteste, sondern auch der zuverlässigste Spieler unserer zweiten Mannschaft: Er konnte bisher 4 Punkte aus 5 Wettkämpfen für sich und die Mannschaft verbuchen.

Noch aufregender ging es an Brett 2 zu. Patrick Schaffroth ging dort ein doppeltes Wagnis ein: Er wählte mit Schwarz die große Rochade, und er gab einen Turm für einen Läufer, um mit dem aktiven Läuferpaar aufspielen zu können. Sein Mut machte sich bezahlt: Auf offenem Brett, mit beiderseits entblößten Königen, konnte er seinen Gegner überspielen und um 12:05 Uhr den zweiten Punkt für Freiberg verbuchen.

Carsten Wübbens an Brett 8, der als Ersatz aus der dritten Mannschaft aufgerückt war, bewies Augenmaß und Nervenstärke, indem er ein nachteiliges Endspiel doch noch zum Remis verteidigte. Auch Christian Obergfäll, mit Schwarz an Brett 6 spielend, konnte mit Ruhe und Übersicht gegen starken Angriffsdruck des Gegners ein Remis erkämpfen. Die Standfestigkeit unserer beiden jüngsten Spieler trug dazu bei, dass wir uns um kurz nach 12:00 Uhr mit 3 - 1 Punkten auf der Siegerstraße befanden.

Eine Viertelstunde später landete Joachim Wedeleit den nächsten Schlag für Freiberg: Mit Weiß an Brett 5 hatte er die ganze Partie über das positionelle Übergewicht auf seiner Seite und schaffte es schließlich, die Igelstellung seines Gegners zu knacken.

Joachim Wedeleit beim Belagern einer Festung

Unser Mannschaftsführer, Hermann Scholl, machte den Sieg für Freiberg klar: Zunächst mit etwas Entwicklungsrückstand aus der Eröffnung gekommen, konnte er im Mittelspiel nach und nach die Initiative an sich reißen und die Partie schließlich im Angriff entscheiden.

Scharf und mutig spielte auch Stefan Hornung an Brett 3: Zu Gunsten der Initiative im Zentrum des Brettes ließ er zu, dass sein Gegner einen starken Freibauern am Rand, auf der a-Linie, bildete. Stefans Initiative versandete jedoch, und nun sah es eher nach einem Sieg seines Gegners aus. Stefan konnte sich jedoch erfolgreich verteidigen und das Remis sichern.

Nun war nur noch die Partie an Brett 1 offen. Michael Beckenkamp, mit Weiß spielend, hatte dort seinen Gegner mit einer Einschnürungsstrategie überspielen können. Letzterer musste schließlich Material opfern, um sich aus der Umklammerung zu befreien. Michael musste nun einige trickreiche Angriffsversuche auf seinen König abwehren, bevor er zum Schlussangriff übergehen und die Partie für sich entscheiden konnte. Auch der letzte Partiepunkt ging nach Freiberg.

Nach diesem hohen Sieg, 6 - 1, hat die zweite Mannschaft eine ausgeglichene Wettkampfbilanz und eine positive Bilanz bei den Partiepunkten. Somit wurde ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt in der A-Klasse getan.

Michael Beckenkamp